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Jumat, 28 Maret 2014

Was Pünktchen von mir wissen möchte, oder "Kindheitserinnerungen einer Migrantin"





Ihr kennt Pünktchen noch nicht??
Dann wird's aber höchste Zeit!

Sie ist auch Türkin. 
Hat einen tollen Humor,  ist scharfsinnig , intelligent, sehr wortgewandt und kann, u.a., nähen und zeichnen.
Eine kreative Powerfrau mit Tiefgang.
In ihrem Blog , den ich sehr gerne verfolge, hat sie für uns drei , also für mich, Papatya Elira und Dilek'ten, diese folgenden Fragen vorbereitet.

Ich möchte sie hiermit mal beantworten (Erster!!):)

Es sind ganz spezielle Fragen, extra für uns:



1. Wie alt warst du, als du nach Deutschland kamst?

3 Jahre. Deswegen kann ich mich an die erste Zeit gar nicht erinnern. Meine Erinnerungen fangen erst mit meinem 4. oder 5. Lebensjahr an.

2. Für wie lange war euer Aufenthalt in Deutschland ursprünglich gedacht? 

Natürlich nur, bis meine Eltern im Dorf ein Haus gebaut  und sich finanziell etwas abgesichert hatten. Höchstens 10-15 Jahre, wie alle Migranten damals dachten:) Aber die allermeisten wussten damals noch nicht, dass sie doch viel, viel länger bleiben sollten... sogar bis ins hohe Alter, oder bis zu ihrem Tod...
Meine Eltern haben es allerdings "geschafft" nach 14 Jahren zurückzukehren. Warum und wie sie das machten, hatte ich mal hier in diesem -für mich sehr bewegenden-  Beitrag , "Früher als erwartet"  geschrieben.

3. Bist du sofort mit deinen Eltern nach Deutschland gereist, oder wurdest du nachgeholt?

Zuerst kam mein Vater, 1969. Ein Jahr später hat er uns (Frau und Kinder) nachgeholt


4. Was waren die ersten Dinge, die dir in Deutschland sofort aufgefallen sind - vielleicht, weil sie so ganz anders waren als das, was du aus unserer alten Heimat kanntest?

Es gab natürlich so viel... z.B. die Häuser, die Straßen, die Menschen (anders gekleidet als bei uns im Dorf), das Essen....die Sprache!:)

5. Hast du in dieser Zeit etwas aus der Türkei vermisst, was du in Deutschland nicht hattest?

Da fällt mir jetzt nichts zu ein, da ich mich an die erste Zeit nicht erinnern kann und mich später schon an alles gewöhnt hatte. Ich hatte , was ich brauchte. Aber meine Großeltern, meine Verwandten und Freunde, die ich nach den Urlauben immer sehr vermisste. Ein paar Leckereien und Spezialitäten, die es damals hier noch gar nicht zu kaufen gab, weil es eben noch keine türkischen Läden gab.. Heutzutage kriegt man ja fast alles.

6. Hast du dich in deiner neuen Umgebung wohl gefühlt?

Soweit ich mich erinnern kann, ja. Die Erinnerungen fangen bei mir  ja erst dann an, als ich mich schon an alles gewöhnt hatte.


7. Gab es einen Moment, ab dem du dich in Deutschland Zuhause gefühlt hast - wann war der?

An einen bestimmten Moment kann ich mich jetzt gar nicht erinnern, aber ich denke, als ich angefangen hatte, Freunde zu finden, in der Nachbarschaft. 

8. Hast du je damit gehadert, dass deine Eltern diesen Schritt gemacht haben, mit dir nach Deutschland zu gehen?

Nein, nie. Aber  dass sie ohne mich wieder zurückgekehrt sind, wohl eher. Siehe oben  , bei Frage 2. erwähnten Beitrag.

9. Hattet ihr viel Kontakt zu anderen Türken, oder eher zu Deutschen?

Damals waren meine Eltern jedesmal so  froh , wenn sie neue Landsmänner (Gleichgesinnte) kennenlernten und sofort wurden neue Bekanntschaften / Freundschaften geknüpft. Es waren auch einige Bekannte aus dem Heimatdorf dabei, sie waren sehr wichtig für uns. Jede Woche hatte man Besuch oder war bei ihnen zu Besuch, die Kontakte waren sehr innig. Heute sieht es ganz anders aus. Die erste Generation hat seine Kinder, Enkelkinder und haben nicht mehr so viel Zeit für Freunde (denen geht es ja genauso). Die Kontakte sind nicht mehr wie damals, diese Aussage höre ich von vielen.
Deutsche Kontakte gab es im Vergleich nicht viel, außer mit den Nachbarn und Arbeitskollegen, die man begrüßte und mal ein Pläuschhen hielt. Der eine oder Andere besuchte uns mal gelegentlich. Meine Mutter backte, kochte türkisches Essen und schickte ihnen manchmal was davon zu, und sie brachte uns manchmal was von ihren leckeren Kuchen, den wir so liebten (besonders ich). Die Kuchensorten unserer "Omma", unsere ältere Nachbarin, die wir so nannten, werde ich nie vergessen. Das waren die Besten, die ich je gegessen habe in meinem Leben...
Ich vermisse diese Nachbarschaften von damals so sehr  -nein , nicht wegen dem Kuchen!-  sie waren so herzlich...



10. Was schätzt du an Deutschland, und was an der Türkei?

An Deutschland:  Ordnung, Sauberkeit,Disziplin,  das Gesundheit-und Sozialsystem, dass man hier besser abgesichert ist im Leben. Ich fühle mich hier einfach sicherer und wohler.

An Türkei: Die Herzlichkeit und Wärme unter den Menschen, die Gastfreundschaft, die Schönheit der Natur, das Wetter, das Essen.




Diese Beiträge, die ich mal geschrieben hatte, passen sehr gut zu diesem Thema. Wer mag und sie noch nicht kennt, kann sie mal anklicken:







Oder die "türkische Gastfreundschaft"


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