Wickeln, Popo abwischen, füttern, (den dementen Personen) alles nochmal und nochmal erklären, gut zureden, etc......
....der Kreis schließt sich.
Ich wusste ja eigentlich schon vorher, dass das nichts einfaches sein würde, aber dass es SO hart ist..... körperlich und seelisch.... ihr könnt euch nicht vorstellen, was ich allein in diesen 2 Wochen erlebt habe.
Von der körperlichen Belastung will ich erst gar nicht sprechen. Ich war außerdem noch krank, hab mir die Seele aus dem Leib gehustet, tagelang, mit nur 2-3 Stunden Schlaf, aber wollte nicht schon zu Anfang schlapp machen und sagen: "ich bin krank, ich kann nicht kommen." Nur einen Tag musste ich aussetzen , weil es gar nicht mehr ging. Ich wäre wahrscheinlich nur noch zusammengebrochen. Mit dem freien Wochenende, der dann noch im Anschluss kam, war es dann eine Wohltat, ein wenig auszuruhen.
Und was die seelische Belastung angeht......... ach..... womit soll ich anfangen, wovon soll ich zuerst berichten...
Dann war da noch...
.....die eine Heimbewohnerin, die sich an Heiligabend (in meinem Frühdienst) so sehr darauf gefreut hat, ihren Mann zu besuchen, der im Krankenhaus lag. Der Sohn sollte vorbeikommen und sie mitnehmen. "Ihn umarmen, ihn streicheln und drücken" wollte sie, weil sie ihn so sehr vermisste und sich so auf ihn freute. 60 Jahre seien sie schon verheiratet.... sechzig Jahre.....Den ganzen Morgen hat sie von nichts anderem geredet.
Dann kam der Sohn.
Er erzählte uns, dass der Vater in der Nacht verstorben sei.
.....die etwas demente Frau, die ihre heißgeliebte Schwester so sehr vermisst und jeden Tag weint, weil sie nicht zu Besuch kommt. Die Schwester ist selbst stark in ihrer Bewegung eingeschränkt und kann kaum mehr gehen, deswegen kann sie auch nie kommen, sie wird selbst von ihrem Mann gepflegt.
Ich habe mich sehr darum bemüht und schließlich von der Pflegedienstleitung das "o.k." dafür bekommen, sie zu ihrer Schwester zu begleiten. Ich habe angeboten, an meinem freien Tag mit ihr dahinzugehen. Gestern haben wir sie besucht..... das Zusammentreffen, die Freude der Schwestern, das Besprochene, der ganze Besuch, die Verabschiedung, die Dankbarkeit der Menschen...... ich war schon lange nicht mehr so gerührt....und glücklich.
.....die liebenswürdige und -trotz ihrer 92 Jahre, die man ihr absolut nicht ansieht- gepflegte, intelligente Dame, die niemanden außer ihren Sohn hat, der zu Besuch kommen kann. Der widerum auch so weit weg wohnt, dass er so selten kommt und sie so einsam ist. Nicht allein, aber einsam.
Heute hatte ich endlich mal die Gelegenheit, mich etwas länger mit ihr zu unterhalten und war so begeistert von ihr. Man kann so herrlich tiefsinnige Gespräche mit ihr führen.. Ich habe ihr vorgeschlagen, ab und zu mit ihr mal rauszugehen, spazieren, einen Kaffee zu trinken...sie hat sich sowas von gefreut, das hättet ihr mal sehen sollen! Ich fühle mich so bereichert und sie alle sind so dankbar....auch wenn es nur so eine kleine Geste ist, eine kleine Zuwendung....sie sind sowas von dankbar....
....und die vielen anderen Heimbewohner, mit all ihren traurigen Geschichten und Schicksalen. Es macht mich so fertig. Aber das motiviert mich umso mehr, für sie da zu sein, soviel es nur geht.
In letzter Zeit habe ich sehr viel nachdenken müssen, über meine Zukunft, über die Zukunft meiner Eltern.
Ich war ja eigentlich schon nie ein oberflächlicher Mensch, aber dieser Job hat mir mal wieder vor Augen geführt, was das Wesentliche im Leben ist.
Auch wenn es verdammt schwer ist, ich bin so froh, dass ich diesen Job angenommen habe.
Und auch wenn ich es evtl. nicht lange machen kann, werde ich mich auf jeden Fall in meiner Freizeit bemühen, diese Menschen ab und an zu besuchen.
Es ist eigentlich einfach.... so einfach, Menschen glücklich zu machen.
Ich musste das alles hier mal abladen. Danke, wenn ihr bis zum Schluss durchgehalten und alles gelesen habt.
Habe mir leider nur die Zeit genommen, diesen Beitrag zu posten, für mehr reicht es nicht. Ich lese zwar bei euch allen zwischendurch mit, aber für Kommentare fehlt mir einfach die Zeit, bitte seht es mir nach. Nächste Woche muss ich für ein paar Tage ins Krankenhaus, die blöde Nierenzyste ist mittlerweile so groß, dass sie raus muss. Wird punktiert, keine große Sache.
Aber danach die Woche habe ich wieder meinen Nachtdienst, endlich! Ich glaube , noch nie habe ich mich darauf so sehr gefreut wie jetzt. Dann habe ich wieder mehr Zeit für euch (und mich).
Danke, dass ihr mir trotzdem treu bleibt!
So, jetzt bin ich so kaputt... was warmes trinken, dann ab ins Bett.
Bis demnächst!




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