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Minggu, 03 November 2013

Der Behördenkampf geht weiter...diesmal 'ne Nummer krasser.




Ich weiß gar nicht wo und wie ich anfangen soll, euch von meinem Problem zu erzählen. Wahrscheinlich sollte ich erst gar nicht hier davon berichten.... aber ihr sollt nur wissen, dass ich zur Zeit einfach nicht den Kopf frei habe für den Blog und euch nicht wundern, wenn ich mich nicht blicken lasse.

Das Problem ist so kompliziert und wuselig für mich, dass all meine Hoffnung jetzt in einen guten Anwalt gesteckt ist, der sich sehr gut damit auskennt. Ich hoffe, ich finde so jemanden. Morgen werde ich einen aufsuchen.
Den morgigen Tag kann ich eh kaum abwarten. Musste mich seit Tagen (und schlaflosen Nächten) damit rumquälen und abwarten, (wegen Feiertag und Wochenende) weil ich leider erst letzten Donnerstag , also vor 3 Tagen, damit konfrontiert wurde. Ich hatte euch ja schon mal von meinem/unserem Problem erzählt. Jetzt war es also soweit, wir hatten nach langen Wochen endlich alle Unterlagen und Belege zusammen (neuer Pass von Mista E. und so).

Am Donnerstag also, am 31. 10., sind wir wieder zum hiesigen Standesamt hin, zu den "ach so freundlichen" Beamten, mit denen wir ja schon letzte mal das "Vergnügen" hatten.
Die Beamtin, zu der wir damals zuerst gegangen waren, war diesmal etwas entspannter und relativ freundlicher. Ich meine sogar -ganze 2 mal! - einen Hauch von einem Lächeln in ihrem Gesicht gesehen zu haben.
Sie schaute sich alles genau an, überlegte, ging zu einer Kollegin, um sich zu beraten...dann zu einem anderen Kollegen....nach gefühlten 30 Minuten kam sie endlich zu uns zurück und sagte: "Ok... das mit dem "XY" ...so ganz richtig ist das ja nicht, aber ich lasse es trotzdem so gelten." (es war irgendwas mit der neuen Heiratsurkunde)
Wir sahen ihr total erleichtert und überglücklich zu, wie sie alles erledigte und mir nach einigen Minuten endlich den offiziellen Beleg über meine Namensänderung vorlegte. Es war durch....erledigt...endlich! Wir sollten nur noch zum Bürgerbüro und mir einen neuen Ausweis  mit dem neuen Namen geben lassen.
Ach ja............... und dann war dann noch der Satz von ihr: "Und sie (sie meinte mich) möchten bitte noch bei dem Herrn "sowieso" vorbei, in Zimmer "soundso", von der Einbürgerungsbehörde."

Ich konnte in dem Moment nichts damit anfangen und genauso wenig, nach ihrer Antwort "Um ihre Staatsbürgerschaft",  auf meine Frage, worum es denn da ginge.

Auf dem Weg zu diesem Herrn von der Einbürgerung, schäkerten wir noch rum, wie toll es doch sei, dass nun endlich alles klappt...und auch noch an diesem Tag, da es ja unser 3-Jähriges war und wir uns danach sofort auf den Weg nach Köln machen wollten, um dort einen schönen und besonderen Tag zu verbringen , und um unser "Liebesschloss" an der Hohenzollernbrücke anzubringen, die ja berühmt ist dafür. (Danach war der Tag natürlich erstmal gelaufen)

Aber innerlich wurde ich ein wenig beunruhigt und dachte mir, so naiv wie ich immer schon war : " Was will der Mann jetzt von mir? Ob es wohl irgendwie damit zu tun hat, dass ich bei der Heirat in der Türkei , meinen türkischen Ausweis benutzt habe (weil es dort unkomplizierter damit war) ? Aber bei mir ist es ja nicht schlimm, damals -noch vor dem Jahre 2000- hatte man mir beim türkischen Konsulat ja gesagt, dass das ok wäre. Wir dürften das, WIR hätten quasi die doppelte Staatsbürgerschaft....Hm...Wird bestimmt was anderes sein....aber was nur??"

Dem war aber nicht so. Es war nicht was anderes. Es war genau DAS.

Der Beamte sagte mir, dass er von der Frau "sowieso", bei der wir gerade waren, erfahren habe, dass ich die türkische Staatsangehörigkeit besäße und wann ich die denn wiedererlangt hätte. Er schlug eine Akte auf und sagte: "Hier steht, dass sie 1998 eingebürgert worden  und 1999 aus der türkischen Staatsangehörigkeit ausgetreten sind. Wenn sie jetzt auch türkischer Staatsbürger sind, dann werden wir ihnen den deutschen Pass entziehen."  Rums!!
Völlig erschrocken, geschockt und besorgt versuchte ich mich zu erinnern und  antwortete: "Die vom türkischen Konsulat sagten mir damals, bei dem Austreten aus der türkischen Staatsangehörigkeit, dass ich sie wieder beantragen sollte. Es wäre doch schön für mich, eine doppelte Staatsbürgerschaft zu haben, ich könne es jetzt sofort wieder beantragen" , was völlig der Wahrheit entsprach. Denn dieser Herr sagte damals sogar noch , mit einem dreisten Lächeln, nachdem ich nicht so sehr davon überzeugt war und eigentlich nicht dazu geneigt war, es anzunehmen: "Es gibt keine Probleme, glauben sie mir...und wenn, dann schicken sie die zu mir"
Dieser A.....!  Schade, dass er dort nicht mehr arbeitet.

Ich hatte mich regelrecht dazu überreden lassen. Hätte ich mal nicht...
Tatsache ist, dass es nicht meine Absicht war. Aber erzähl das jetzt mal den deutschen Behörden.

Und seitdem war ich immer im Glauben (jetzt ärgere ich mich über mich selber, dass ich mich vorher nicht mal kundig gemacht habe, ich dumme Kuh!), dass ich -wie alle anderen, die vor dem Jahre 2000  die türkische Staatsbürgerschaft wiedererlangt haben- nicht illegal gehandelt hatte. Denn das Gesetz galt eben  ab dem 1.1.2000.


Hier ein Auszug aus der Website des deutschen Generalkonsulates in Istanbul, istanbul.diplo.de :

"Wenn Sie nach dem 01.01.2000 die türkische Staatsangehörigkeit auf Ihren eigenen Antrag hin erworben oder wiedererworben haben, ohne zuvor eine Beibehaltungsgenehmigung (s.o.) eingeholt zu haben, dann haben Sie Ihre deutsche Staatsangehörigkeit am Tag des Erwerbs oder Wiedererwerbs der türkischen Staatsangehörigkeit gemäß § 25 I des deutschen Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) automatisch verloren.

Wenn Sie vor dem 01.01.2000 die türkische Staatsangehörigkeit auf Ihren eigenen Antrag hin erworben oder wiedererworben haben, ohne zuvor eine Beibehaltungsgenehmigung (s.o.) eingeholt zu haben, dann haben Sie gemäß § 25 I des deutschen Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetzes (RuStAG) Ihre deutsche Staatsangehörigkeit nur dann verloren, wenn Sie am Tag des Erwerbs- oder Wiedererwerbs weder Ihren Wohnsitz noch Ihren dauernden Aufenthalt in Deutschland gehabt haben."

Davor gab es nämlich noch die sogenannte "Inlandsklausel" . 
Aber auch wenn es tatsächlich ein großer Fehler des türkischen Konsulates damals war (sie haben das nämlich mit sehr sehr vielen Menschen damals gemacht), möchte ich die Schuld natürlich nicht ganz auf sie schieben. Ich hätte klüger handeln müssen, ich hätte mich nicht überreden lassen und es nicht zulassen sollen. Da muss ich jetzt alleine durch.
Ach ja, der Herr "sowieso" riet mir noch dringend: "Machen sie nicht den Fehler, jetzt aus der Türkischen auszutreten, dann sind sie nämlich staatenlos, weil wir ihnen den Deutschen auf jeden Fall entziehen werden" . Aha! Ich habe aber recherchiert und gelesen, dass  man das in Deutschland nicht mehr zulassen dürfe, also jemanden Staatenlos machen,  aber egal.
Es ist zum kotzen. 
Dass mir jetzt , nach 14 Jahren, die deutsche Staatsangehörigkeit entzogen wird, find ich sogar gar nicht so schlimm. Wozu hatte es mir denn bis jetzt genützt, außer  dass ich an Flughäfen während der Türkeireise (ich flieg ja sonst nicht woanders hin) an den Schaltern der "EU-Bürger" stehen durfte (was für eine Ehre) und evtl. ein paar Minuten früher zu meinen Koffern gelangte.
Ich wollte natürlich damals, da ich fast mein ganzes Leben in Deutschand lebte, auch von den Rechten als Bürger gebrauch machen, ich wollte wählen gehen, usw. 
Aber ich merke, ich könnte auch ganz gut ohne damit leben. 
Ich ärgere mich nur, dass ich jetzt immer noch keinen neuen Ausweis  mit meinem neuem Namen haben kann...ich bin verheiratet, aber irgendwo immer noch nicht so ganz offiziell...ich habe noch nirgendwo Bescheid geben können und alles ändern lassen können, Steuerklasse ändern, Arbeitgeber, Bank, etc.
Ich hatte aber leider schon am Anfang beim Gespräch mit der Krankenkasse gesagt, dass ich geheiratet hätte und mein Name sich jetzt bald ändern würde...und sie hatten mir eine neue Karte mit dem neuen Namen geschickt, die ich immer noch nicht benutzen kann...ich kann ja mit dem neuen Namen noch nicht unterschreiben, weil ich ja noch den alten Ausweis.......... ach..... es ist alles so...ermüdend.

Bin mal gespannt was mir der Anwalt sagen und zu was er mir raten wird.
Ich muss morgen aber unbedingt noch beim Konsulat anrufen und erfahren, wann genau ich erneut eingetreten bin in die Türkische. Das weiß ich nämlich auch nicht mehr so genau. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht nach 2000 wurde (weil die Bearbeitung ja dauert, auch wenn der Antrag 99 eingereicht wurde). Sogar dann ist es ja nicht sicher, dass mir die deutsche Staatsbürgerschaft  nicht entzogen wird.
Ich will einfach nur einen neuen Ausweis haben...egal ob deutsch oder türkisch. Denn im Herzen bin ich ja eh beides.


"Der Paß ist der edelste Teil von einem Menschen. Er kommt auch nicht auf so einfache Weise zustand wie ein Mensch. Ein Mensch kann überall zustandkommen, auf die leichtsinnigste Art und ohne gescheiten Grund, aber ein Paß niemals. Dafür wird er auch anerkannt, wenn er gut ist, während ein Mensch noch so gut sein kann und doch nicht anerkannt wird." (Bertolt Brecht, Flüchtlingsgespräche, 1940)


(Bitte drückt mir die Daumen, dass alles gut ausgeht)



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